Aufzucht und Krankenstation

Aufzucht

Die Aufzucht von Bilchen sollte niemals unterschätzt werden und gehört daher in absolute Fachhände! Das Aufziehen von Babys und Kleinbilchen ist ein Fulltime-Job. Wir ersetzen sozusagen die Mutter und müssen somit in die Mutterrolle schlüpfen. Alle paar Stunden heißt es Flasche geben, Traumabewältigung, Geborgenheit und Wärme geben.

Leider kommen auch Bilche zu spät zu uns. Zum Beispiel weil sie zu spät gefunden oder gebracht wurden. Leider gibt es auch noch viele Menschen, die "Herumexperimentieren", weil sie ja so süß sind. Daher müssen wir dann auch im Notfall für die Kleinen da sein, wenn sie den letzten Atemzug machen und ihnen zeigen: du bist nicht alleine.

 

Bilchbabys und Bilchkinder sind süß, keine Frage! Diese süßen Knopfaugen und das goldige Aussehen, wo man gerne verleitet wird es behalten zu wollen oder es selbst aufzuziehen. Doch so süß sie auch sind, sollte die Vernunft größer sein ein Wildtier in Fachhände zu bringen, damit es eine Chance hat zu überleben.

 

Die Aufzucht von Bilchen ist sehr schwer und man muß auf so vieles achten, was ein Laie nicht wissen noch erkennen kann. Jedes Tier ist anders und man muß auf jedes Tier anders eingehen und es behandeln. Die meisten Bilche die zu uns kommen, haben ihre Mutter, ihre Geschwister und ihr Zuhause verloren. Die Tiere sind verstört, verängstigt und teilweise alleine. Die Umgebung ist anders, die Gerüche sind anders und die Mama kommt einfach nicht. Versetzen wir uns mal in die Lage und müssen erkennen, es ist für das Tier am Besten zu einer Stelle zu kommen, wo das Tier besser aufgehoben ist als in einem Kinderzimmer oder einem Wohnzimmer und wo es auch neue Geschwister bekommen kann und später mit ihnen wieder ausgewildert werden kann.

Krankenstation

Wenn verletzte Tiere zu uns kommen, ist höhste Eile geboten, denn meist zählt jede Sekunde.

Hier werden die Tiere einem ersten Bodycheck unterzogen. Je nach Zustand des Tieres werden dann Medikamente verabreicht und entscheiden dann das weitere Vorgehen. Wenn sich der Zustand nicht verbessert oder eine Genesung auszuschließen ist, müssen wir das Tier leider erlösen.

Da wir jedem Tier eine Chance geben und wirklich nur zum allerletzten Schritt zur Euthanasie greifen, geben wir wirklich alles, jeden Bilch zu retten. Wir hatten schon Bilche auf der Station, die querschnittsgelähmt waren oder schwerste Verletzungen hatten und durch die richtige Behandlung genesen sind.

Wir haben also öfters Schutzengel hier, aber der Tod ist immer allgegenwärtig.

Jetzt fragen sich bestimmt einige Menschen, warum wir das tun, die so zeitraubend, geldverschlingend und auch mit Tiefschlägen verbundene Zeit ist.

 

Weil wir gemerkt haben, das diese kleinen Kobolde unsere Hilfe brauchen und es sonst keiner macht. Während andere Menschen ihnen einen schlechten Ruf verpassen, versuchen wir ihren Ruf wieder herzustellen und wir sind dankbar, das wir für einen Moment Teil ihres Lebens sein dürfen und ihnen bei der Auswilderung alles Gute zu wünschen.

 

Bilche sind großartige Tiere und wir wollen den Bestand schützen und stärken. Wir sind 24 Stunden das ganze Jahr für unsere Zöglinge da und es ist so ein tolles Gefühl, wenn Finder und Pflegestation sagen können: "Dieser Bilch hat es Dank uns geschafft!"

Wildstation Bilche in Wiesbaden - www.wildstationbilche.de - Nadine Vervoort