News auf der Wildstation

Aktuelle News von der Wildstation

Die Bilch-Saison 2017 begann nicht wirklich schön. Es wurden uns Gartenschläfer von Menschen gebracht, mehrere Tage hintereinander, welchen wir nicht mehr helfen konnten. Sie starben kurz nach Eintreffen, keine Zeit mehr helfen zu können. Wir konnten in diesem Moment nur für sie da sein. Sie Halten und Streicheln. Schwer für die Finder und uns. Weitere Untersuchungen werden die Todesursache feststellen.

Wir standen seit Anfang Juni in den Startlöchern, bereit für die Waisenkinder. Natürlich hoffen wir, daß die Mütter ihre Babys selbst groß ziehen. Das ihnen nichts zu stößt und sie sich ungestört ihrem Nachwuchs witmen können. Doch dann folgt der erste Anruf, dann der Nächste und wieder einer. Tote Mütter werden gefunden oder bleiben verschwunden. Babys werden tot am Boden entdeckt oder weinen bitterlich um ihre Mama.

Unsere Kinderstube wächst. Babys, die Anfangs Probleme mit der neuen Situation zeigten, trinken endlich. Auch das Baby, welches einen Kaminsturz überlebte und ein rießen Hämaton (Bluterguß) Becken abwärts hatte, erholt sich und das Hämatom fast ausgeheilt. Auch ein ganzer Wurf von 6 Mädchen zeigt sich nach zwei Tagen herumgezicke wegen der Milch, endlich kooperativ und entwickeln sich ebenfalls prächtig. Und unsere Kindergartengruppe lernt gerade selbstständige Trinken der Milch aus dem Schälchen und tastet sich an den Obstbrei heran.

Wir freuen uns über Anrufer, die uns die Geschichte ihrer Kobolde in ihren Gärten erzählen und welch Freunde sie an den Tieren haben. "Sie holen sich abends ihr Futter ab und gehen wieder."

Doch leider bekommen wir auch vermehrt Anrufe von Menschen, wo die Bilche einfach weg sollen "Das Problem!" Mich machen diese Anrufe sehr traurig. "Sie scheißen mir auf den Gartentisch." "Sie sind in meinen Nistkästen." "Sie haben sich in meinem Gartenhaus oder Schuppen eingenistet." "Wir möchten das Problem schnellstmöglich erledigt haben!"

Sollten wir uns nicht an Mutter Natur und ihre Wunder erfreuen? Sollten wir sie nicht schätzen und Freude empfinden, wenn diese Wunder mit uns leben? Sollten wir die Natur nicht schützen? Nein, es soll ausgerottet werden. Das Problem beseitigt werden...egal wie und egal mit welchen Konsequenzen.

Wildstation Bilche in Wiesbaden - www.wildstationbilche.de - Nadine Vervoort